Pos. 36
Des ID, Lee Kern, 2024
840 × 594 mm
Plastik, Metall
Bitte nicht berühren.
„Des ID“ von Lee Kern ist ein Lentikularbild (Wackelbild) eines Ausweisdokuments. Die Arbeit zeigt einen fiktiven, genderfluiden Ausweis, dessen Porträt sich je nach Blickwinkel verändert.
Durch die Lentikulartechnik wechselt das Bild zwischen unterschiedlichen Gesichtszuschreibungen – Lippen, Bart, geschminkt, ungeschminkt – und unterläuft damit die feste Bildlogik klassischer Passfotos. Was als eindeutige, normierte Darstellung von Identität dient, wird hier instabil und mehrdeutig: das persönliche Abbild. Indem die Arbeit in die visuelle Sprache bürokratischer Systeme eingreift, macht sie sichtbar, wie Ausweisdokumente normative Vorstellungen von Geschlecht festschreiben und Momente von Fehlzuschreibung erzeugen können. In diesem Zusammenhang verweist das sich wandelnde Bild auch auf die Prekarität von trans* Personen, etwa in Situationen wie Grenzkontrollen, in denen identitäre Anerkennung eng mit Sicherheit und Bewegungsfreiheit verknüpft ist. Gleichzeitig bringt die Arbeit eine spielerische, fast glitchhafte Qualität ein, die das System nicht nur als Instrument der Kontrolle, sondern auch als Raum der Aneignung und des Widerstands begreifbar macht.
Die Arbeit hinterfragt, wie Identität hergestellt und reguliert wird – und wie visuelle Systeme genutzt werden können, um ausschließende Strukturen zu hinterfragen.
Lee Kern ist Designer*in und Künstler*in und arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Fotografie und Performance. Als Teil der Drag-Szene nutzt Kern den eigenen Körper als Medium, um Vorstellungen von Schönheit und Geschlecht zu hinterfragen und neu zu formulieren, und greift dabei häufig auf institutionelle Bildsprachen zurück, um normative Ordnungen sichtbar zu machen und zu irritieren.
Giuseppe Campuzano entwickelte 2009 die ähnliche Arbeit „DNI (De Natura Incertus)“. Obwohl Lee Kern dieses Werk zum Zeitpunkt der Entstehung von Des ID nicht bekannt war, haben sich Künstlerin und Kurator*innen entschieden, diesen Zusammenhang offenzulegen, nicht zuletzt im Kontext einer Geschichte transidenter Sichtbarmachung.
Pos. 36
Des ID, Lee Kern, 2024
840 × 594 mm
Plastik, Metall
Bitte nicht berühren.
„Des ID“ von Lee Kern ist ein Lentikularbild (Wackelbild) eines Ausweisdokuments. Die Arbeit zeigt einen fiktiven, genderfluiden Ausweis, dessen Porträt sich je nach Blickwinkel verändert.
Durch die Lentikulartechnik wechselt das Bild zwischen unterschiedlichen Gesichtszuschreibungen – Lippen, Bart, geschminkt, ungeschminkt – und unterläuft damit die feste Bildlogik klassischer Passfotos. Was als eindeutige, normierte Darstellung von Identität dient, wird hier instabil und mehrdeutig: das persönliche Abbild. Indem die Arbeit in die visuelle Sprache bürokratischer Systeme eingreift, macht sie sichtbar, wie Ausweisdokumente normative Vorstellungen von Geschlecht festschreiben und Momente von Fehlzuschreibung erzeugen können. In diesem Zusammenhang verweist das sich wandelnde Bild auch auf die Prekarität von trans* Personen, etwa in Situationen wie Grenzkontrollen, in denen identitäre Anerkennung eng mit Sicherheit und Bewegungsfreiheit verknüpft ist. Gleichzeitig bringt die Arbeit eine spielerische, fast glitchhafte Qualität ein, die das System nicht nur als Instrument der Kontrolle, sondern auch als Raum der Aneignung und des Widerstands begreifbar macht.
Die Arbeit hinterfragt, wie Identität hergestellt und reguliert wird – und wie visuelle Systeme genutzt werden können, um ausschließende Strukturen zu hinterfragen.
Lee Kern ist Designer*in und Künstler*in und arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Fotografie und Performance. Als Teil der Drag-Szene nutzt Kern den eigenen Körper als Medium, um Vorstellungen von Schönheit und Geschlecht zu hinterfragen und neu zu formulieren, und greift dabei häufig auf institutionelle Bildsprachen zurück, um normative Ordnungen sichtbar zu machen und zu irritieren.
Giuseppe Campuzano entwickelte 2009 die ähnliche Arbeit „DNI (De Natura Incertus)“. Obwohl Lee Kern dieses Werk zum Zeitpunkt der Entstehung von Des ID nicht bekannt war, haben sich Künstlerin und Kurator*innen entschieden, diesen Zusammenhang offenzulegen, nicht zuletzt im Kontext einer Geschichte transidenter Sichtbarmachung.
All rights reserved 2026
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