Bitte nicht berühren.
Bezugnehmend auf die gestalterische Geschichte der Stadt Frankfurt – etwa als treibende Kraft des Neuen Wohnens in den 1920er-Jahren – ist die Arbeit von Fatma Çankaya sowohl eine ernsthafte Auseinandersetzung als auch eine bewusst überzeichnete, provokante Geste der Aneignung.
Das Set-up, bestehend aus einem Schrank mit LED-Panels, einem übergroßen, mit Strasssteinen besetzten Schlagring, einer überdimensionierten Crackpfeife sowie zwei Sex-Dolls in eigens produzierter Luxusmarkenkleidung, entwirft einen verdichteten Mikrokosmos Frankfurts. Çankaya greift dabei gezielt Extreme der Stadt auf – Sex, Drogen und Gewalt – und setzt sie in Kontrast zu Luxus und dem institutionellen Rahmen des Museums.
Gleichzeitig bezieht sich die Arbeit auf die sogenannte „Talahon“-Kultur. Der Begriff leitet sich vom arabischen taeal huna („Komm mal her“) ab und wurde durch den kurdisch-syrischen Rapper Hassan popularisiert, der sich in seinen Videos entsprechend inszeniert. Seit 2024 hat sich „Talahon“ zu einem prägenden, oft satirischen TikTok-Trend entwickelt, wobei Frankfurt am Main häufig als inoffizielle Hauptstadt dieser Subkultur erscheint.
Im Kontext von Çankayas Migrationshintergrund kann die Arbeit auch als Form der Rückaneignung gelesen werden. Sie überträgt Codes und Bilder aus digitalen Räumen in eine physische, institutionelle Umgebung. Übertreibung fungiert dabei als zentrales Stilmittel – nicht, um Realität zu verzerren, sondern um bestehende kulturelle Praktiken (auch ihre eigenen) und soziale Realitäten innerhalb eines privilegierten Kontexts sichtbar zu machen.
So verschiebt sich die Frage nach Freiheit: weniger hin zur Intention künstlerischer Provokation als vielmehr zu der Frage, wer sich provoziert fühlt – und welche Teile gesellschaftlicher Realität dabei möglicherweise ausgeblendet werden.
Fatma Çankaya ist eine in Berlin ansässige Designerin, die an der Schnittstelle von Kunst und Design arbeitet. Sie nutzt vertraute Formen, um Konsumkultur, soziale Normen und die Anforderungen des modernen Lebens zu hinterfragen. Inspiriert von Memes, Popkultur und digitalen Trends übersetzt Çankaya Ästhetiken des Internets in physische Objekte und Inszenierungen, die zugleich spielerisch und kritisch sind und gängige Vorstellungen von Funktion und Geschmack infrage stellen.
Bitte nicht berühren.
Bezugnehmend auf die gestalterische Geschichte der Stadt Frankfurt – etwa als treibende Kraft des Neuen Wohnens in den 1920er-Jahren – ist die Arbeit von Fatma Çankaya sowohl eine ernsthafte Auseinandersetzung als auch eine bewusst überzeichnete, provokante Geste der Aneignung.
Das Set-up, bestehend aus einem Schrank mit LED-Panels, einem übergroßen, mit Strasssteinen besetzten Schlagring, einer überdimensionierten Crackpfeife sowie zwei Sex-Dolls in eigens produzierter Luxusmarkenkleidung, entwirft einen verdichteten Mikrokosmos Frankfurts. Çankaya greift dabei gezielt Extreme der Stadt auf – Sex, Drogen und Gewalt – und setzt sie in Kontrast zu Luxus und dem institutionellen Rahmen des Museums.
Gleichzeitig bezieht sich die Arbeit auf die sogenannte „Talahon“-Kultur. Der Begriff leitet sich vom arabischen taeal huna („Komm mal her“) ab und wurde durch den kurdisch-syrischen Rapper Hassan popularisiert, der sich in seinen Videos entsprechend inszeniert. Seit 2024 hat sich „Talahon“ zu einem prägenden, oft satirischen TikTok-Trend entwickelt, wobei Frankfurt am Main häufig als inoffizielle Hauptstadt dieser Subkultur erscheint.
Im Kontext von Çankayas Migrationshintergrund kann die Arbeit auch als Form der Rückaneignung gelesen werden. Sie überträgt Codes und Bilder aus digitalen Räumen in eine physische, institutionelle Umgebung. Übertreibung fungiert dabei als zentrales Stilmittel – nicht, um Realität zu verzerren, sondern um bestehende kulturelle Praktiken (auch ihre eigenen) und soziale Realitäten innerhalb eines privilegierten Kontexts sichtbar zu machen.
So verschiebt sich die Frage nach Freiheit: weniger hin zur Intention künstlerischer Provokation als vielmehr zu der Frage, wer sich provoziert fühlt – und welche Teile gesellschaftlicher Realität dabei möglicherweise ausgeblendet werden.
Fatma Çankaya ist eine in Berlin ansässige Designerin, die an der Schnittstelle von Kunst und Design arbeitet. Sie nutzt vertraute Formen, um Konsumkultur, soziale Normen und die Anforderungen des modernen Lebens zu hinterfragen. Inspiriert von Memes, Popkultur und digitalen Trends übersetzt Çankaya Ästhetiken des Internets in physische Objekte und Inszenierungen, die zugleich spielerisch und kritisch sind und gängige Vorstellungen von Funktion und Geschmack infrage stellen.
All rights reserved 2026
All rights reserved 2026