Pos. 47
Leerstelle G.R.81, 1949/2026
Museum für Kunsthandwerk / Museum Angewandte Kunst
Kuratiert von Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst
Berühren erlaubt.
Die Leerstelle G.R.81 erzählt als immaterielles Sammlungsobjekt des Museum Angewandte Kunst vom Nicht-mehr-Vorhandenseins eines in materieller Ausformung existierenden mittelalterlichen Reliquiars in der Museumssammlung.
Der um 1200 im französischen Limoges meisterlich gefertigte, mit geschliffenen Bergkristallen versehene und vergoldete Reliquienbehälter mit Champlevé-Email gehörte zu den ersten Stücken der zu internationaler Berühmtheit gelangenden Kunstsammlung von Maximilian Freiherr von Goldschmidt-Rothschild (1843–1940) und war Teil der Ausstattung des Renaissance-Zimmers im von ihm und seiner Frau Minna Caroline von Rothschild (1857–1903) bewohnten Rothschild-Palais in Frankfurt am Main.
Am 5. September 1938 sah sich Maximilian von Goldschmidt-Rothschild als NS-Verfolgter gezwungen, zunächst sein Palais, in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November auch seine Privatsammlung an die Stadt Frankfurt am Main unter Wert zu verkaufen. Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags am 11. November 1938 wurde die Sammlung als Eigentum der Stadt markiert, inventarisiert und an verschiedene Museen verteilt. Das Museum für Kunsthandwerk erhielt rund 1.350 Sammlungsobjekte, darunter auch das Reliquiar.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bemühten sich die Erben von Maximilian von Goldschmidt-Rothschild um die Rückgabe der Kunstsammlung. Die Stadt Frankfurt und die Museumsdirektoren versuchten dagegen vehement, eine Rückgabe zu verhindern. Schließlich einigten sich die Parteien am 16. Mai 1949 in einer Vergleichsvereinbarung, und die Stadt Frankfurt restituierte den Großteil der Sammlungsobjekte.
Die Leerstelle G.R.81 ist Sinnbild jener bekannten Sammlung und speichert die Biografie ihres einstigen Sammlers – Maximilian von Goldschmidt-Rothschild –, die Rolle der Stadt Frankfurt sowie die Geschichte des Museum Angewandte Kunst als Museum für Kunsthandwerk im Nationalsozialismus.
Pos. 47
Leerstelle G.R.81, 1949/2026
Museum für Kunsthandwerk / Museum Angewandte Kunst
Kuratiert von Matthias Wagner K, Direktor des Museum Angewandte Kunst
Berühren erlaubt.
Die Leerstelle G.R.81 erzählt als immaterielles Sammlungsobjekt des Museum Angewandte Kunst vom Nicht-mehr-Vorhandenseins eines in materieller Ausformung existierenden mittelalterlichen Reliquiars in der Museumssammlung.
Der um 1200 im französischen Limoges meisterlich gefertigte, mit geschliffenen Bergkristallen versehene und vergoldete Reliquienbehälter mit Champlevé-Email gehörte zu den ersten Stücken der zu internationaler Berühmtheit gelangenden Kunstsammlung von Maximilian Freiherr von Goldschmidt-Rothschild (1843–1940) und war Teil der Ausstattung des Renaissance-Zimmers im von ihm und seiner Frau Minna Caroline von Rothschild (1857–1903) bewohnten Rothschild-Palais in Frankfurt am Main.
Am 5. September 1938 sah sich Maximilian von Goldschmidt-Rothschild als NS-Verfolgter gezwungen, zunächst sein Palais, in der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November auch seine Privatsammlung an die Stadt Frankfurt am Main unter Wert zu verkaufen. Nach Unterzeichnung des Kaufvertrags am 11. November 1938 wurde die Sammlung als Eigentum der Stadt markiert, inventarisiert und an verschiedene Museen verteilt. Das Museum für Kunsthandwerk erhielt rund 1.350 Sammlungsobjekte, darunter auch das Reliquiar.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bemühten sich die Erben von Maximilian von Goldschmidt-Rothschild um die Rückgabe der Kunstsammlung. Die Stadt Frankfurt und die Museumsdirektoren versuchten dagegen vehement, eine Rückgabe zu verhindern. Schließlich einigten sich die Parteien am 16. Mai 1949 in einer Vergleichsvereinbarung, und die Stadt Frankfurt restituierte den Großteil der Sammlungsobjekte.
Die Leerstelle G.R.81 ist Sinnbild jener bekannten Sammlung und speichert die Biografie ihres einstigen Sammlers – Maximilian von Goldschmidt-Rothschild –, die Rolle der Stadt Frankfurt sowie die Geschichte des Museum Angewandte Kunst als Museum für Kunsthandwerk im Nationalsozialismus.
All rights reserved 2026
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