Pos. 44
Teller für Visitenkarten – Schwalbe und Lotos, Japan, Meiji-Zeit (1868–1912)
H 34 mm, Ø 304 mm
Cloisonné
Inv.-Nr. 18156
Kuratiert von Leon Plum, wissenschaftlicher Volontär am Museum Angewandte Kunst
Bitte nicht berühren.
Wenn im Frühling die Schwalben aus dem Süden zurückkehren, hat das etwas Magisches. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens im Flug und begegnen den Menschen nur kurz – etwa beim Nestbau. Ihre Ankunft galt lange als verlässliches Zeichen des Sommers. Doch dieses Gleichgewicht gerät zunehmend ins Wanken: Nistplätze verschwinden, Nahrung wird knapper, und die Rückkehr der Schwalben bleibt immer öfter aus.
Hier setzt Eva von Redecker in ihrem Essay „Bleibefreiheit“ (2023) an. Sie kritisiert, dass „Freiheit“ häufig mit Bewegungsfreiheit gleichgesetzt wird, und plädiert stattdessen für ein anderes Verständnis: die Freiheit, bleiben zu können. Angesichts der Klimakrise, die Lebensräume zerstört, gewinnt diese Perspektive an Dringlichkeit – auch in aktuellen Protesten, die sich für den Erhalt von Lebensräumen einsetzen.
Die auf dem Teller dargestellte Szene zeigt eine Schwalbe im Sinkflug über einem Lotosmotiv. Luft und Wasser scheinen dabei ineinander überzugehen, während ein feines, geometrisches Gittermuster den Rand fasst. Trotz dieser poetischen Darstellung diente der Teller ursprünglich einem alltäglichen Zweck: der Präsentation von Visitenkarten.
Gefertigt wurde er in der Cloisonné-Technik, bei der feine Metalldrähte Konturen bilden, die mit farbigem Email ausgefüllt und gebrannt werden. Diese Technik gelangte im 19. Jahrhundert nach Japan und erlangte dort rasch große Popularität. Im Zuge des Japonismus fanden zahlreiche solcher Objekte ihren Weg nach Europa – auch dieser Teller, der in der Meiji-Zeit entstand, einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche in Japan.
Pos. 44
Teller für Visitenkarten – Schwalbe und Lotos, Japan, Meiji-Zeit (1868–1912)
H 34 mm, Ø 304 mm
Cloisonné
Inv.-Nr. 18156
Kuratiert von Leon Plum, wissenschaftlicher Volontär am Museum Angewandte Kunst
Bitte nicht berühren.
Wenn im Frühling die Schwalben aus dem Süden zurückkehren, hat das etwas Magisches. Sie verbringen den Großteil ihres Lebens im Flug und begegnen den Menschen nur kurz – etwa beim Nestbau. Ihre Ankunft galt lange als verlässliches Zeichen des Sommers. Doch dieses Gleichgewicht gerät zunehmend ins Wanken: Nistplätze verschwinden, Nahrung wird knapper, und die Rückkehr der Schwalben bleibt immer öfter aus.
Hier setzt Eva von Redecker in ihrem Essay „Bleibefreiheit“ (2023) an. Sie kritisiert, dass „Freiheit“ häufig mit Bewegungsfreiheit gleichgesetzt wird, und plädiert stattdessen für ein anderes Verständnis: die Freiheit, bleiben zu können. Angesichts der Klimakrise, die Lebensräume zerstört, gewinnt diese Perspektive an Dringlichkeit – auch in aktuellen Protesten, die sich für den Erhalt von Lebensräumen einsetzen.
Die auf dem Teller dargestellte Szene zeigt eine Schwalbe im Sinkflug über einem Lotosmotiv. Luft und Wasser scheinen dabei ineinander überzugehen, während ein feines, geometrisches Gittermuster den Rand fasst. Trotz dieser poetischen Darstellung diente der Teller ursprünglich einem alltäglichen Zweck: der Präsentation von Visitenkarten.
Gefertigt wurde er in der Cloisonné-Technik, bei der feine Metalldrähte Konturen bilden, die mit farbigem Email ausgefüllt und gebrannt werden. Diese Technik gelangte im 19. Jahrhundert nach Japan und erlangte dort rasch große Popularität. Im Zuge des Japonismus fanden zahlreiche solcher Objekte ihren Weg nach Europa – auch dieser Teller, der in der Meiji-Zeit entstand, einer Phase tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche in Japan.
All rights reserved 2026
All rights reserved 2026